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2010... und wieder U S A; diesmal mit der Familie:
Es war schon immer mein Wunsch gewesen den Osten der USA, welchen ich bisher schon recht gut alleine (bzw. mit Freunden) erkundschaftet habe, auch einmal meiner Familie zu zeigen. Ja und da wir alle nicht jünger werden sollte dieses Jahr genau dies passieren.

Mit etwas Vorlauf haben wir circa 1 Jahr vorher beschlossen, dass wir den Urlaub angehen wollten, da es auch noch einiges zu erledigen gab: biometrische Bilder machen, Pässe beantragen, Nase operieren und Führerschein umschreiben kostet alles seine Zeit. Ja richtig: 'Nase operieren'. Mein Vati musste sich unters Messer begeben, um seine nächtlichen Holzfällerarbeiten einzustellen. Die Zeit bis zum Reiseantritt im Mai 2010 verlief wie immer super schnell und dann waren wir auch schon plötzlich in New York, von wo uns die Reise bis in den südlichsten Zipfel nach Key West verschlagen sollte.
'Lang lebe die Ostküste'
So oder so ähnlich kam es mir vor, als wir wieder das gleiche Ziel wählten, welches ich schon 2 Mal besucht habe. Aber alle Teilnehmer der Reise waren sich diesem "Problem" bewusst und somit hatte auch keiner Einwände, wenn wir auch mal etwas anderes gemacht haben, weil ich es sonst schon gesehen hätte.
Deshalb haben wir uns für einen Gabelflug entschieden, damit wir keine Schleife fahren müssen. Die Jahre vorher mussten wir immer zum Ausgangspunkt zurück und dies wollten wir diesmal vermeiden. Nachdem ich etwas gesucht habe, habe ich auch den perfekten Gabelflug gefunden, welcher ohne wenig Umsteigen und günstig von statten gehen sollte. Der Hinflug würde nach Newark in New Jersey gehen und der Rückflug dann von Miami über Newark zurück nach Düsseldorf.
Somit ist meine Familie mit dem Auto bis nach Dortmund angereist und wir sind dann alle gemeinsam von Düsseldorf aus geflogen und waren nur 8h später im schönen New York. Okay, als ganz so schön hat es sich uns noch nicht präsentiert, da es aus Eimern geregnet und Ventilatoren geweht hat. Doch von hier haben wir dann folgende Reise gestartet:

Datum Von Nach
18.05.10Newark, NJNew York City, NY
19.05.10New York City, NYNew Brunswick, NJ
20.05.10New Brunswick, NJWashington, DC
21.05.10Washington, DC---
22.05.10Washington, DCChincoteague Island, VA
23.05.10Chincoteague Island, VAOuter Banks, NC
24.05.10Outer Banks, NCWilmington, NC
25.05.10Wilmington, NCCharleston, SC
26.05.10Charleston, SC---
27.05.10Charleston, SCHilton Head, SC
28.05.10Hilton Head, SCSavannah, GA
29.05.10Savannah, GAJacksonville, FL
30.05.10Jacksonville, FLOrlando, FL
31.05.10Orlando, FLMiami Beach, FL
01.06.10Miami Beach, FLKey West, FL
02.06.10Miami Beach, FL---
Kommt uns die Asche in die Quere?
Die Tage zuvor war das Bangen noch ziemlich groß, da ständig der Flugverkehr in Europa beeinträchtigt war, da ein Vulkan auf Island nicht aufhören wollte Asche in die Atmosphäre zu pusten, welche den Flugzeugen wohl gefährlich werden kann. Die Tage zuvor habe ich also Windströmungen und Aschepartikel studiert und konnte schon etwas ausschließen, dass es uns nicht betreffen sollte. Aber so ganz sicher kann man sich auch erst sein, wenn man in der Luft ist. So habe ich das letzte Mal in der Nacht vorm Abflug die Vorhersage studiert und es sah gut aus.
Am Tag der Abreise dann klingelte der Wecker kurz nach 6 Uhr in der Früh und es war wunderschönes Wetter. Der blaue Himmel wurde von der Sonne beleuchtet und meine Mutter und ich sind erst einmal Brötchen holen gegangen, um zum Abschied noch ein deutsches Frühstück zu haben.
Danach haben wir uns mit der Bahn auf zum Flughafen in Düsseldorf gemacht, wo wir auch recht fix ankamen. Dort haben wir dann noch fix Adi eingecheckt, da dies von zu Hause nicht so recht funktioniert hat und wir haben auf den Abflug gewartet. Die 3 Stunden vergingen wie im Flug :). Dann kam der Kontinentalflug, welcher dank Lufthansa super bequem war. Es ist kein Vergleich zu Delta, mit denen ich vor 2 Jahren geflogen bin. Der Service ist Klasse, das Entertainment System bietet alles was man braucht und das Essen hat mir sehr geschmeckt.

Mein Essen beim Hinflug (Gulasch)

Blick in die Kabine
Die Flugzeit war somit sehr schnell vorbei und wir stießen durch den dicken Wolkenteppich in Newark. Es regnete aus Eimern, doch dies sollte uns die Urlaubsstimmung nicht vermiesen. Nachdem wir uns bei der Einreise den Schalter heraus gesucht haben, wo es am längsten dauert, haben wir die Befragung dort ohne Verluste hinter uns gebracht und standen dann im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Mit unserem Gepäck in der Hand haben wir uns dann zu Hertz aufgemacht, wo wir unser Auto abholen wollten. Doch die Frau war so nett, dass ich nach einem Upgrade gefragt hatte und sie mir dann dabei sogar noch ein Angebot gemacht hat. Für ein paar Dollar mehr haben wir also einen Large SUV bekommen und strahlten innerlich. Auch wenn noch nicht alle Personen in unserem Lager zufrieden sein sollten, würden sie dies spätestens zum Ende der Reise sein, da dieses Auto Luxus pur versprach: 5.3Liter V8 Allrad Motor mit FlexFuel-Verträglichkeit, Platz für 8 Personen und Gepäck, anschalten per Fernbedienung, riesengroß, Satelittenradio und jeder Schnickschnack mit an Bord. Es war ein Yukon XL von General Motors, der unser Gefährt für die nächsten Tage sein sollte. Damit ging es los nach New York.

Unser Auto: GMX Yukon XL SRT
Tag 1
Nachdem wir den Holland Tunnel nach Manhattan genommen haben, wurde der Regen sogar noch schlimmer und wir fuhren erst einmal mit dem Wagen eine Runde durch Manhattan. Es war erbärmliches Wetter, doch unsere Laune war noch ziemlich gut. Wir fuhren an der Wallstreet vorbei zum Battery Park, von wo man die Freiheitsstatue nur vermuten konnte, da Land unter war. Von dort am Ground Zero vorbei nach Midtown. Man konnte das Empire State sehen, wie es versuchte Wolken aufzugabeln und der Times Square bot ein trübes Bild. Vorbei an USS Intrepid ging es in Richtung Uptown, zur 96sten wo unsere Jugendherberge für diese Nacht war.

Times Square im Regen aus dem Auto

Ein 'Empire'-Stachel in grau gehüllt
Dort haben wir dann das Auto für die Nacht geparkt und unsere Füsse ausgepackt. Mit Unterstützung der Metro haben wir uns aufgemacht dem Wetter und der Stadt zu trotzen. Der Regen wurde nicht weniger und der Wind wurde stärker, trotzdem beschlossen wir das volle Programm mitzunehmen. Somit sind wir mit der 1 bis ganz runter zum Battery Park gefahren, von wo aus wir uns nach Uptown kämpfen wollten. Ein New Yorker würde sagen, dass man bekloppt ist, wenn man mehr als 1 Block zu Fuss läuft. Wir hatten es darauf angelegt 40 Blöcke zu Fuss zu laufen, was manch einen bis ans Äußerste der Kräfte und Lust brachte.
Kurz Lady Liberty zugewunken; ein paar Flüche über das Wetter gehustet und schon weiter zum Wallstreet Bullen. Danach haben wir uns durch SoHo gekämpft, den Leuten beim Abendessen zugeschaut und stur weiter in Ziel auf den Times Square gehalten. Dort sind wir dann 2h später ohne größere Verluste auch angekommen und haben den Tag in der Nacht bestaunt. Den restlichen Wege haben wir mit der Metro zurück gelegt, um dann endlich in unser Bett zu fallen.
Tag 2
Das Jetlag und die lauten Mitbewohner der Jugendherberge ließen uns ziemlich früh wach werden und somit sind wir schon kurz nach 6 Uhr morgens wieder wach gewesen. Frisch und munter, jedoch die Sachen noch nicht ganz trocken, haben wir uns wieder auf den Weg gemacht. Wir folgende Sehenswürdigkeiten dann erkundet: Central Park, Battery Park, Times Square, Empire State Building, Rockefeller Center, Grand Central Station und Market.
Dies war es dann auch schon für New York und wir haben am Nachmittag pünktlich mit dem Berufsverkehr die Insel verlassen und sind weiter nach New Brunswick, NJ gefahren, wo wir im mir schon bekannten Hotel untergekommen sind. Alle Mitreisenden waren begeistert von den Zimmern und ich konnte mich überzeugen, dass das Empfangsgebäude des Hotels wieder repariert war, denn dieses wurde vor 2 Jahren von einem Auto, welches von der anliegenden Route abgekommen war fast vollständig demoliert. Den Abend haben wir damit ausklingen lassen, dass jeder einmal den Yukon Probe gefahren ist. Allen hat es gefallen und jeder konnte persönlich feststellen was für ein schickes Auto das ist. Danach haben wir bei Fuddrockers richtig leckeres amerikanisches Essen genossen und mit den ersten Bier gelöscht. Ja und zum Einschlafen habe ich dann noch eine Folge In Plain Sight auf USA geschaut. Apropos: 'Don't honk at any time'. So oder so ähnlich würde Carso wohl den Tag umschreiben ;).

Central Park mit Blick nach Midtown

'Quetsching' Miss Liberty
Tag 3
Dieser Tag begann wunderschön frisch und die Sonne kitzelte uns an der Nase. Der Wheather Channel beschwor bis zu 85°F an diesem zauberhaften Donnerstag und wir legten ein leichtes Frühstück ein, welches ausreichte, um die Fahrt nach Philadelphia, PA zu meistern, wo wir einen kurzen Zwischenstop einlegen wollten.
Es sollte wie jedes Mal auf einer meiner Reisen kommen und damit nicht zu einem Besuch in den Gebäuden, sondern nur zum Betrachten des historischen Distrikts von außerhalb. Aber ehrlich gesagt: wozu muss ich stundenlang stehen, um Zentimeter an die Liberty Bell zu kommen? Dies reicht mir auch durch ein Glas aus 3 Meter Entfernung. Also haben wir den historischen Distrikt relativ fix abgehakt und sind dann zum Reading Terminal Market gelaufen, wo wir uns stärken wollten.

Unsere Kutsche vor unseren Zimmern

Gizmo plant die Strecke
Mein Vati und ich, wir haben uns durch ein original Cheesesteak gestärkt und mussten uns den dicken Bauch halten, während die anderen sich etwas anderes gegönnt haben.
Wieder draußen brannte die Sonne ziemlich heiß auf unseren Köpfen und wir trotteten zurück zu unserem Auto. Durch die wunderschönen Straßen von Phily spazierend, die tollen Ziegelhäuser bewundernd, kamen wir Minuten später wieder am Auto an und machten uns auf den Weg ins Outlet. Vorbei am Kunstmuseum und über den Kelly Drive fahrend haben wir die Stadt in die gleiche Richtung wie vor 2 Jahren verlassen. Nur diesmal hatten wir ein Navi, welches uns relativ zielsicher den Weg zeigte. Doch auch dieses war nicht perfekt und ist gefühlt manchmal im Kreis gefahren. Aber letztendlich erreichten wir unser Ziel und besuchten das gleiche Outlet, welches auch noch immer neben dem gleichen Atomkraftwerk lag ;).

Schönes Philadelphia

Reading Terminal Convention Halle
Danach sind wir auch schon in die Nacht hinein gestartet und haben die 3h-Fahrt nach Washington zurück gelegt. Diese streckte sich ziemlich und ich hätte vermutet, dass wir diese ratz fatz hinter uns haben würden, doch dem war nicht so. Doch das Hotel hatte ich schon vorgebucht, da ein Wochenende vor der Tür steht und Washington bekanntlich immer ein Besuchermagnet ist. Somit hatten wir eine Klasse Suite und den ersten Test der vorhandenen Lärmquellen in der Nacht.
Tag 4
Es ist warm in Washington und wir nehmen die Metro von Vienna Station aus, um in die Innenstadt zu gelangen. Doch zu unserem Pech sollte es heute nicht so wie geplant klappen: wir hatten vor den Obelisk zu besteigen und dadurch einen wunderschönen Blick auf Washington erhaschen zu können.
Doch die Bahn hatte irgendwelche Probleme und wir damit Verspätung. Der Weg zur Bahn war auch etwas länger als geplant und somit waren wir kurz nach 9 Uhr am Ticketbüro, welches schon keine Tickets mehr hatte. Na davon haben wir uns die Laune aber nicht vermiesen lassen und haben den 'Bildungstag' begonnen. Wir haben uns das Washington Monument aus nächster Nähe angesehen und sind von dort direkt auf das Weiße Haus zumaschiert. Hier haben wir einige schicke Bilder gemacht und gewartet, ob uns Obama vielleicht doch zuwinken wird. Aber dies hat er nicht getan und wir haben uns daraufhin über das Weiße Haus im dazugehörigen Visitor Center informiert. Danach sind wir auf die Nation Mall, um für ein paar Stunden im Naturkundemuseum zu verschwinden.

Washington Monument mit Ticketoffice
Die Zeit bis zum Mittag verstrich super schnell und unsere Mägen fingen an zu knurren. Durch einen Tipp meines Chefs hatte ich die Information, dass man im Indianer Museum die regionale Küche der Vereinigten Staaten probieren kann und dies haben wir dann just als Möglichkeit genutzt, um unseren Hunger zu stillen.

das Weiße Haus mit Zoom fotografiert
Nachdem wir unsere Mägen mit Buffalosteaks, Wildreissalat, Pommes, fritierten Hähnchenflügel, Chili aus den Plains und noch anderen Kostbarkeiten vollgeschlagen haben, sind wir wieder nach draußen und weiter ins nächste Museum. Adi wollte nicht mit ins Air und Space Museum, wo der Rest der Bande hin wollte und hat sich abgesetzt, um in die Library of Congress zu gehen. Ich konnte beiden Gruppen nur beides empfehlen, denn es lohnt sich hier alles. Aber im Air und Space konnte ich endlich mit meiner Familie die Dinge bestaunen, die man sonst nur aus der Fliegerrevue zu Hause kennt. Ich glaube für meinen Vater war dies ein kleiner Kindheitstraum und mit dem Museum am Flughafen, was später noch folgen sollte, echt ein Batzen Technik, den man so schnell nicht wieder vergessen wird. All die Flugzeuge und Technik, von der man bisher nur gelesen hat, konnte man hier gegenüber stehen, begehen und bekam sie bis ins Detail erklärt. Ich tat mein bestes und habe übersetzt, was ich konnte.
Nachdem die Zeit mal wieder wie im Flug verstrich und man seine Füsse in die Hand nehmen musste, um zur geplanten Zeit am Treffpunkt aufzuschlagen, war der Besuch in dem Museum schon wieder zu Ende. Draussen haben wir es dann langsam angehen lassen und sind in Richtung Lincoln Memorial spaziert. Die Sonne schien uns auf die Köpfe, wir machten einen kurzen Halt am WW2 Memorial, nur um von dort am Spiegelbecken entlang zum Memorial zu trotten.

Capitol in Washington

Lincoln Memorial
Dort angekommen haben wir erstmal eine kleine Verschnaufpause gemacht. Wir haben uns vom späten Nachmittag die Haut bräunen lassen. Ich habe fest gestellt, dass es die Straße vorm Memorial nicht mehr gibt. Dort ist jetzt nur noch eine Fussgängerzone und diese passt wunderbar dahin. Wenn man sich überlegt, dass hier früher nur Autos gefahren sind, dann kann man sich das gar nicht vorstellen. Von hier haben wir dann noch einen kleinen Abstecher zum Vietnam Memorial gemacht. Wir haben in den ausgelegten Büchern geschaut, ob zufällig jemand mit unserem Nachnamen im Vietnamkrieg auf amerikanischer Seite gefallen ist und mussten feststellen, dass es niemanden gab, der auch nur annähernd unseren Namen trug. Von dort sind wir dann weiter, vorbei am Department of Defense über das "Gelände" der Washington University zur Metro zurück, um zu unserem Hotel heimzukehren.
Tag 5
Wir den Morgen etwas ruhiger angehen lassen, da wir ja keinen Zeitdruck hatten, um irgend welche Tickets abzuholen. Es war außerdem so geplant, dass wir direkt nach dem Auschecken aus dem Hotel zum Flughafen wollten, welcher direkt um die Ecke lag. So haben wir also das leckere Frühstück genossen und die ersten Resumees zum Schnarchen gezogen: Vati geplagt durch eine Erkältung schnarcht noch immer, aber meiner Ansicht nach nicht mehr so stark wie früher. Aber Frank und ich sind auch nicht ganz unschuldig in der Nacht und geben hin und wieder Geräusche von uns. Ja und schlussendlich gibt auch die Mutti ihren Senf zu den nächtlichen Geräuschen dazu. Nur die Adi ist unschuldig und fällt keine Bäume des nachts. Brav.

Panda im Washington Zoo

Tiger im Zoo
Bildungshighlights an diesem Tag waren der 2. Teil des Air und Space Museums am Dulles Flughafen. Auch hier gab es wieder Meilensteine der (Kriegs-)geschichte zu sehen und selbst unsere Frauen waren beeindruckt (von den Männern brauch ich ja gar nicht zu reden).
Nachdem wir dann alle Exponate bestaunt haben, wollten wir heute noch unbedingt in den Zoo. Denn ich wollte noch etwas in der Stadt machen, was ich noch nicht gesehen habe. Natürlich gibt es in Washington ziemlich viel, vor allem ziemlich viele Museen, aber der Zoo ist bei dem schönen Wetter doch eigentlich ein Muss und da wir im White House Visitor Center erfahren haben, dass dem Präsidenten Pandas geschenkt wurden und diese nun im Zoo leben, mussten wir diese besuchen fahren. Der Weg dorthin war dank Eni (die Stimme aus dem Navi) eigentlich recht einfach. Nur dort angekommen war es nicht ganz so einfach einen Parkplatz zu finden, da am Samstag natürlich alles voll sein sollte.
Aber nach kurzer Suche haben wir auf einer Seitenstraße einen guten Platz in Zoonähe bekommen und sind in den Zoo spaziert, welcher wie alle Einrichtungen des Smithsonian Institutes in Washington kostenlos ist. Ein wunderschön angelegter Zoo mitten in der Innenstadt. Von der Größe her kann er natürlich nicht mit Leipzig mithalten, aber trotzdem ist es schick gemacht und bietet neben den Pandas auch noch viele andere interessante Tiere: Tiger, Löwen, Affen, Elefanten, Reptilien, ...
Am späten Nachmittag haben wir dann Washington verlassen und sind nach Südosten aufgebrochen. Wir hatten noch kein wirkliches Ziel und wollten schauen, wie weit wir es an dem Tag noch nach Süden schaffen würden. Mit dem Verstreichen des Nachmittags war aber klar, dass wir es bei Tageslicht nicht mehr bis zur Chesapeake Bay Bridge schaffen würden. Somit sind wir nach Chincoteague Island gefahren, um dort zu übernachten. Vorbei am Wallops Flight Center, eine Basis der NASA, immer weiter ins Niemandsland. Das Navi führte uns auf Straßen, die so breit wie unser Auto waren. Wir befanden uns weit ab der Zivilisation, befuhren kleine Straßen und gerieten immer weiter ins Nichts. Aber solange das Navi noch wusste wo wir waren, war alles ok.
Letztendlich sind wir auf Chincoteague angekommen und es wurde langsam dunkel. Auf der Suche nach einem Hotel haben wir dann festgestellt, dass Wochenendtarif ist und so haben wir dann auch nicht lange geflunkert und das 2. Hotel genommen. Mit einem Abendausflug ans Meer und einem Essen bei Ledo's Pizza gleich eine Querstraße weiter haben wir den Tag ausklingen lassen. Zusätzlich gab es noch Grippepillen für Vati, dessen Erkältung etwas schlimmer wurde. Wunderpillen ausm Drugstore sollten hier helfen und alle Symptome auslöschen (und das für nur knapp 3 Dollar).
Tag 6
Nachdem es in der Nacht ordentlich geregnet hatte begann der nächste Tag sehr gemütlich. Die "kleinen" hatten sich am Vorabend noch etwas in der Wolle und somit bin ich mal zu meinen Eltern ins Zimmer ausgebüchst und wir haben die beiden mal alleine gelassen. Der zweite Schritt des Tages war die Einkehr im Maria's Restaurant, ein kleiner Diner so ziemlich in der Nähe. Hier gab es Frühstücksbuffet, aber da wir aßen a la carte. Das Essen war sehr lecker, die Bedienung sehr freundlich und aufgeschlossen und Adi sehr probierfreudig. Sie entschloss sich 'Grits' zu probieren und wurde mit einer Probierschale und dann einer ganzen Portion Grießbrei belohnt.
Gesättigt und ganz entspannt machten wir uns auf den Weg weiter nach Süden. Wir kamen an die Chesapeake Bay Bridge und machten einige Stops. Das Wetter war okay und es störte auch kein Nebel. Später in Virginia Beach haben wir nicht halt gemacht, da es sowieso ziemlich stark geregnet hat. Also sind wir weiter gefahren und kurz vor den Outer Banks klärte sich der Himmel auf und es wurde wunderschönes Wetter und blauer Himmel. Auf den Outer Banks war die Überlegung, dass wir nur ein paar Stunden bleiben, um Abends weiter von den Inseln runter zu fahren. Aber nach einem Gespräch mit einer sehr freundlichen Frau im Welcome Center von Kitty Hawk, NC hatten wir beschlossen auf den Outer Banks zu übernachten.

Ausblick auf die Chesapeake Bay Bridge

Ozeanblick aus unserem Zimmer
Wie sich heraus stellen sollte war dies eine fantastische Entscheidung. Wir haben eine Suite im Best Western gemietet. Ich bestand diesmal auf Oceanview, denn aus Erfahrung wusste ich, dass man nie weiß wo man noch unterkommt und jede Möglichkeit nutzen sollte. Auch wenn diese ein paar Dollar teurer war, stellte sich heraus, dass es goldrichtig war und vieles war inklusive: Whirl- und Swimming Pool, Oceanview mit Balkon, 2 TVs, Wohnzimmer mit Doppelbett und Sofa, Schlafzimmer mit 2 Doppelbetten, komplett ausgestattet Küche, großes Bad, Frühstück und sehr nettem Service. In diesem Hotel hätten wir ruhig noch länger bleiben können. Nachdem wir uns kurz ausgeruht haben, sind wir dann direkt ins Meer und danach nochmal in die Pools. Anschließend haben wir im FoodLion eingekauft, Piraten-Minigolf gespielt und zu guter Letzt noch ein Abendessen beim lokalen Hooters genossen. Bei so manchen Dingen hatte ich ein Deja-Vu, da ich dies vor 2 Jahren schon einmal genauso getan habe. Aber dafür ist Kitty Hawk einfach gut: zum Entspannen. Nur die Temperatur war dieses Mal besser, denn anstatt den 102°F von 2008 hatten wir nur gemütliche 77°F. Der Abend klang dann bei Bier, Knabbereien und Kartenspielen aus und uns hat es der Reihe nach die Augen zugezogen.

Wright Memorial vom Hotel aus

Golfen in Kitty Hawk
Tag 7
Nach einer sehr entspannenden Nacht habe ich den Tag mit einem Ausflug ins Meer begonnen. Es ist herrlich direkt nach dem Aufstehen in den Atlantik schwimmen zu gehen. Danach sind wir dann alle Frühstücken gegangen und haben das Hotel verlassen. Der erste Abstecher ging zum Wright Brothers Memorial, welches sich aber für uns nicht lohnte, da wir die Fähre um 14 Uhr gebucht hatten und uns etwas ran halten mussten. Also sind wir auf die große Düne im Jockey's Ridge State Park gegangen. Diesmal waren wir alle oben drauf und sind dann gemeinsam in die Tiefe gestürzt. Wunderbar. Die Zeit drängte und wir mussten uns ranhalten, um noch pünktlich an der 2. Fähre zu sein. Für zukünftige Fahrten auf der Insel mal die benötigten Zeiten: Zeit von der Düne zur ersten Fähre ist 90 Minuten, die Fahrzeit der 1. Fähre beträgt 40 Minuten und auf Ocracoke braucht man dann noch circa 30 Minuten bis zum Fährhafen im Süden der Insel. Also alles zusammen braucht man circa 2 Stunden und 40 Minuten. Man sollte aber durchaus mehr Zeit einplanen, denn die Strecke ist wunderschön und eigentlich könnte man alle 5 Minuten anhalten (wenn man die Zeit hat).
Größte Düne der Ostküste mit uns
Auf der Fähre aalten wir uns in der Sonne, so stark, dass wir danach einen leichten Sonnenbrand bekommen sollten. Wir haben aus Tradition eine Melone geschlachtet und uns diese leckere, süße Frucht schmecken lassen. Wir suchten mit dem Fernglas den Horizont nach Inseln und Tieren ab, haben gedöst und erzählt. Wir spielten Karten und haben fremde Menschen kennen gelernt: ein älteres Ehepaar aus Stuttgart, welche bis jetzt jedes Jahr eine Amerikareise unternommen haben. Kurz vor Ende der Überfahrt haben wir dann auch noch ein Ehepaar aus Texas kennen gelernt, deren Vorfahren aus Deutschland kamen und die einfach nur neugierig auf uns waren. Diese beiden waren sehr lustig und kannten sich super aus. Ich finde es immer unglaublich spannend diese fremden Menschen in einer fremden Welt kennen zu lernen. Man erzählt und tauscht sich aus und wird sich anschließend nie wieder sehen. Diese eigentümlichen Begegnungen machen so einem Urlaub zu etwas Einzigartigem und man denkt danach immer noch an diese spannenden Unterhaltungen.

die Küste von der Fähre aus

Uii... Aliens! ;)
Wieder auf dem Festland waren wir wieder mal im Niemandsland. Diesmal konnte ich es jedoch bei Tage begutachten und ich habe festgestellt, dass wir uns beim letzten Mal, vor 2 Jahren verfahren haben müssen, denn eigentlich ist dieser Weg ziemlich solide und kam mir nicht ganz so menschenleer wie beim letzten Mal vor. Auf dem Weg nach Wilmington aßen wir Burger, hielten kurz am Meer und sind dann direkt zum Hotel. Hier gab es erstmal ein Problem, denn unsere Reservierung gab es nicht mehr. Die Suites waren ausgebucht und somit haben wir 2 Luxuszimmer für nur 120,-$ als Entschädigung bekommen. Der Portier hat sich so oft entschuldigt und sich wörtlich zu Boden geworfen, dass es schon fast peinlich war. Am liebsten hätte ich ihm gesagt, dass es mir so sogar lieber ist, genoss aber einfach nur das Glück und seine Freundlichkeit. Wir waren mehr als zufrieden und haben den Luxus (unter anderem LCD TVs) genossen. Mutti haben diese Zimmer sehr gefallen und sie hätte noch länger dort bleiben können. Aber bevor die Nacht über uns herein brechen sollte, waren wir noch einmal am Meer, wo die Strömung so stark war, dass sogar ich einmal herum gewirbelt wurde und meine Probleme hatte. Wir waren noch einkaufen und dabei hat Frank wieder mal den Kassierer gespielt. Ach es ist schon ziemlich cool mit diesen Kassen, wo man selber alles scant und einpackt und dann am Automat mit Geld bezahlt. Ein Mitarbeiter passt dann auf 4 Kassen auf; so dass alles ordentlich läuft und gut ist. Anschließend haben wir noch eine Kleinigkeit bei Wendy's geholt und sind dann zurück ins Hotel, um noch etwas Fitness im Sportraum zu treiben. Dies tat uns allen gut und machte uns müde für die Nacht.
Tag 8 - Halbzeit

USS North Carolina in Wilmington
So, die Hälfte hatten wir geschafft und es fühlte sich einerseits so an, als wären noch nicht wirklich viele Tage vergangen und auf der anderen Seite konnte ich mir nicht vorstellen, dass es schon bald wieder vorbei sein sollte. Drum habe ich nicht weiter daran gedacht und wir haben in der Früh das Hotel in Wilmington verlassen und uns nach Charleston aufgemacht. Oh wie ich diese Stadt liebe! Aber bevor wir Wilmington verlassen haben, haben wir uns in Gruppen aufgeteilt: Gruppe Nummer 1 (Vati und Frank) lieferten wir bei der USS North Carolina ab. Hier durften sie circa 2h auf Entdeckungsreise gehen, während Gruppe 2 (Mutti, Adi und ich) sich kulturell berieseln ließ: ein Besuch im Bellamy Mansion, einem alten Herrenhaus mitten in Wilmington. Als eines der ältesten und geschichtsträchtigsten Häuser Wilmingtons hinterließ es einen fantastischen Eindruck.
Später als wir beide Gruppen wieder vereinten fuhren wir dann nach Charleston. Auf dem Weg hatten wir entschieden, dass wir abends Seafood essen wollten und somit haben wir bis dahin 'gehungert', um uns dann dort so richtig den Bauch voll zu schlagen. Der Weg war diesmal etwas länger und nach 4 Stunden Fahrt sind wir am vorgebuchten Hotel angekommen. Nur leider gab es hier ein Problem: am Vorabend, als ich das Hotel reserviert hatte bin ich mit dem Datum durcheinander geraten und habe es einen Tag später gebucht. Ach im Urlaub vergisst man ziemlich schnell welcher Tag ist und so war es passiert. Aber Dank Freundlichkeit und 'Kunde ist König' ist dies alles kein Problem und wir haben trotzdem 2 Tage zum gleichen Tarif bekommen.

Belly Mansion House in Wilmington

Waterfront Park in Charleston
Als wir alle Sachen ins Hotelzimmer gebracht hatten (wieder eine Suite), haben wir uns nochmal auf nach Downtown Charleston gemacht. Hatte ich schon erwähnt, dass ich diese Stadt liebe? ;). Die Stadt ist so unbeschreiblich gemütlich, schick und lieblich. Man kommt in der Altstadt an und fühlt sich ab dem ersten Moment einfach nur wohl. Herrlich. Als erstes waren wir natürlich essen: im Charleston Crab House, Frank und die Eltern haben eingeladen. Achtung 'Collard Green' ist Mangold und war keinem bewusst und nicht die erste Wahl, wenn es um Gemüse geht.
Danach haben wir den Waterfront Park besucht und den Abend genossen, abgehangen und geschaukelt; nur um anschließend durch die Altstadt zu spazieren. Überrascht wurden wir dann von einem lauen Sommerregen, der bei circa 28°C nicht wirklich störend war. Das was nass geworden ist, war nach Minuten schon wieder trocken. Beim Durch-die-Straßen-schlendern haben wir durch Zufall noch einen ziemlich coolen Bierladen, das Charleston Beer Exchange gefunden. Hier haben wir uns kurz vor dem Regen hineingeflüchtet und gestaunt. Es wurde Bier aus aller Welt verkauft und das Deutsche Bier war mitunter am teuersten. Danach sind wir noch etwas durch die Stadt gebummelt und dann zurück ins Hotel gefahren, um den Abend bei Doppelkopf und Bier ausklingen zu lassen.
Tag 9

Gators beim Sonnen

ein Reiher im Closeup
Das Frühstück war um 9 Uhr und sehr informativ: im TV haben wir das Ende der STS-132-Mission live miterleben können, welches die letzte Landung des Space Shuttle Atlantis gewesen ist, während nebenbei BP versucht hat das Ölleck im Golf von Mexiko, welches bis zu dem Tag seit 38 Tagen Öl ins Meer entströmen ließ, mit der Operation 'Top Kill' zu schließen. Echt schlimm. Wie sich später herausstellte würde dies nicht klappen.
Nach dem Frühstück wurde wieder mal reges Interesse an unserer Herkunft bekundet, nur um uns darauf hin zu bescheinigen, dass wir einen schönen Akzent hätten. Hihi, putzig oder? Anschließend haben wir uns auf den Weg zur Magnolia Plantage gemacht. Da ich beim letzten Besuch schon die Boone Hall Plantage besucht habe, wollte ich dieses Mal eben eine andere sehen und die Wahl fiel auf diese. Doch sollten wir von dem zu bezahlenden Eintritt ziemlich überrascht sein, denn für jede extra Attraktion auf dem Gelände sollte man auch extra bezahlen. Was übersetzt heißt, dass man einen Basiseintritt von ~17$ latzen musste und dann für Sumpf, Bootstour, Autozugtour, Haus usw. jeweils 7$ extra bezahlen sollte. Ziemlich teuer wie ich finde. So haben wir uns dann für die Bootstour und die Sümpfe zusätzlich entschieden.

Turtles & Gators haben Spaß

schaut sumpfig aus, oder?
Wir betrachteten die wunderschönen Blumen und Pflanzen auf der Plantage, sind rumgelaufen und dann anschließend mit dem Boot gefahren. Hier haben wir viele Tiere bewundern können: wir sahen Alligatoren, Reiher, alle möglichen Vögel und noch mehr Alligatoren. Wie es der Zufall so wollte sprach der Bootskapitän natürlich wieder deutsch und wir sind direkt ins Gespräch gekommen. Damit hatte er dann natürlich auch die Möglichkeit immer wieder einen deutschen Satzfetzen an die Vorderseite des Bootes zu richten. Funny :). Die Pflanzenvielfalt auf der Plantage war schon enorm und hat uns ziemlich beeindruckt. Zum Abschluss sind wir dann noch den Sumpfpfad entlang gelaufen: ich fand es ziemlich langweilig und für 7$ unverhältnismässig teuer. Generell muss ich sagen, dass die Boone Hall viel interessanter und die Touren dort viel informativer sind. Dort sieht man tatsächlich noch, dass dies früher alles voll Sklaven war, wovon man auf der Magnolia nichts mehr mitbekommt. Von den 'kleinen Attraktionen' wie Conservatory, Streichelzoo und Aussichtsturm gibt es auch nicht viel zu sagen: der Turm war geschlossen; das Convervatory war ein 1-Minuten- Rundgang und der Streichelzoo war cool, aber der Tierpark in Hirschfeld ist da schon 'ne ziemliche Konkurrenz. Trotzdem bekamen wir wieder etwas zu sehen, denn ein Pfau hat nur Minuten vor unserer Ankunft eine Frau attackiert, die dem Pfau wohl nicht gefallen hatte. Schlimm, aber letztendlich selbst dran Schuld, denn Tiere sind immer unberechenbar und man muss mit allem rechnen.
Abschließen wollten wir den Tag mit einem Besuch im Fort Sumter ausklingen lassen, welches ich schon beim letzten Besuch nicht besucht habe. Aber auch heute sollte es nicht klappen, denn dafür blieb keine Zeit mehr. Ein kurzer Zwischenstop bei Hardees, meinem Lieblings-Burger-Schuppen, um etwas Fleisch einzuwerfen, stimmte mich wieder milde und dann sind wir direkt nach Folly Beach, um ins Meer zu springen. Doch die Strömung hier war super anstrengend: kaum im Wasser drin wurde man auch schon zur Seite weggedrückt und schwuppdiwupp war man mal eben 20 Meter weiter getrieben worden. Somit musste man ständig gegen die Strömung ankämpfen, was sehr erschöpfend, aber auch spaßig war. Zu guter Letzt haben wir uns im Hotel kurz hübsch gemacht und fuhren nach Downtown zurück, um schick Essen einzukaufen. Wir wollten mal Abendessen aus dem Supermarkt holen und haben Mikrowellenzeugs, Sandwiches, Sushi, Wein, Bier und Knabbereien besorgt. Auch dort bin ich wieder auf einen Mann gestoßen, welcher sein Schulenglisch auf mich loslassen wollte. Es waren spannende 15 Minuten, die wir uns unterhalten haben und er war wie alle Menschen hier sehr freundlich. Jedoch trieb uns unser Hunger zur Kasse und damit zurück uns Hotel, wo wir uns dem Fertigessen und Alkohol bei TV und Doppelkopf hingaben. Nur ein Problem war nicht zu lösen: das Nachthemd meiner Mutter war spurlos verschwunden. ;). Aber für dieses Rätsel waren wir an dem Abend dann doch zu müde.
Tag 10
Uiuiui, wie hat die Luft gebrannt an diesem Morgen. Sollte man denken, dass es an der Wärme lag, so irrt man. Denn es lag Stunk in der Luft, weil sich manche beschwert haben, dass die anderen zu laut schnarchen und hier und da. Also ich aus meiner Sicht war sehr zufrieden. Die Nacht war zwar ziemlich warm und ich bin ja sowieso ein Fan von Klima die Nacht über anlassen (womit ich schon auf meinem letzten Urlaub immer doof angeschaut wurde). Dadurch gewöhnt man sich zwangsläufig an Ohrstöppsel. Ja und die Suite war zwar groß, aber so groß nun auch nicht und da gab es Beschwerden. Die Empfänger haben diese nicht so gut aufgenommen und somit roch es angebrannt. Das Frühstück bekam somit eine leicht braune Note und danach habe ich zum Schlichten aufgerufen und eine kleine Ansprache gehalten, weil soetwas keinem weiter hilft und der Reise nur schadet. Nachdem dann wieder alles Friede, Freude und Eierkuchen war, packten wir unsere Sachen und wollten los.
Aber halt, da war ja noch etwas mit einem Rätsel: beim Auschecken bin ich dem Verlust des Nachthemdes also dann nochmal auf dem Grund gegangen und kam mit einem frisch gewaschenen Nachthemd wieder zurück und meine Mutter glaube ihren Augen kaum.

USS Yorktown

USS Clamagore
So, das Ziel war also Fort Sumter und die Bootstour hierfür sollte an der USS Yorktown ablegen. Na eigentlich ist es der Patriots Point an dem es eben ne Menge zu betrachten gibt, aber die USS Yorktown ist nun mal das Größte und Eindrucksvollste dort, somit muss dies als Angabe reichen. Also haben wir uns auf den Weg dorthin gemacht und mussten dann leider fest stellen, dass die Zeitangaben im Lonely Planet von diesem Jahr leider nicht mehr stimmen und wir somit auch keine Chance auf die Tour haben sollten. Sehr schade. Aber nun gut, haben wir eben unsere Chance genutzt und den tollen Flugzeugträger mit dem Uboot daneben angeschaut. War auch alles sehr interessant und gab vieles zu lernen, vor allem dass die Deutschen mit Ubooten sehr überlegen waren und auch noch sind. Viele der Geschichten ließen uns auch staunen und ich übersetzte wie ein Weltmeister, hin und wieder von Frank unterstützt. Auch dieses 'technische' Museum, was in Deutschland von jeder Person weiblichen Geschlechts missachtet werden würde, war wie immer sehr zahlreich von Frauen besucht. Ich finde dies sehr gut, denn schließlich gehört Geschichte und Technik genauso zur Allgemeinbildung wie Deutsch und Literatur. Auch die Frauen unsere Truppe fanden es spannend, nur die Hitze hat uns allen etwas aufs Gemüt gedrückt, denn unter und über Deck war es gleich: unerträglich heiß.

Vietnam Kriegshubschrauber

Gesamtübersicht Patroits Point
Stunden später waren wir dann auch mit diesem Boot fertig und haben uns auf den weiteren Weg in den Süden gemacht. Doch Eni, unsere Navi-stimme, wollte einen ganz anderen Weg fahren als wir. Sie wollte uns 100km die Autobahn nach Norden fahren lassen und damit einen richtigen Umweg, der von der Zeit her auch 3h entsprach, aber ~150km mehr sein sollten. Nix da. Ein Menschenhirn rechnet immer noch besser als ein dummer Computer und somit haben wir das Risiko gewagt und sind frei-nach-Laune gefahren und haben sogar noch eine Stunde gespart. Doch haben wir es nicht ganz bis Savannah geschafft und haben in Hilton Head Island eine Pause eingelegt. Hier haben wir das nächstgelegene Quality Inn genutzt, um unsere von der Wärme geplagten Körper auszuruhen. Doch wie so oft wollten wir noch einmal ans Meer, denn Salzwasserschlucken gehört schon dazu. So haben wir die 77°F Wassertemperatur genossen und chillten am Strand bis die Dunkelheit kam. Im Schutze dieser sind wir dann zurück zum Hotel, nur um Sekunden später ins Applebees um die Ecke einzukehren, wo uns Gerald, unsere Bedienung aus Jamaika, einen super schönen Abend bereitet. Wir aßen Rippchen, Steak und Salat; wir tranken Bier und Magaritas und letztendlich haben wir sogar ein Bild mit 'unserem' Gerald gemacht, wobei wir uns alle prächtig amüsierten. Pappsatt, ohne Durst und mit dem Wunsch nach einer Mütze Schlaf liessen wir uns ins Bett fallen und tankten Kraft für den nächsten Tag.
Tag 11

Schottische Kirche
Heute sind wir etwas früher aufgestanden, um noch mehr von Savannah, GA sehen zu können. Nach circa 60 Minuten ruckeliger Fahrt, wo es mir nicht gelang Postkarten in Feinschrift zu schreiben sind wir gegen 10 Uhr in Savannah angekommen. Das Thermometer zeigte unglaublich hohe Temperaturen und wir waren froh im klimatisierten Wagen zu sitzen. Ein kurzer Zwischenstop am Welcome Center, um uns zu orientieren und wir stürzten uns in die Stadt. Begonnen haben wir mit der Suche nach einem Parkhaus, und von dir haben wir die Stadt zu Fuss erobert. Bei knapp 40°C und stehender Luft mussten wir uns jeden Meter erkämpfen. Wir verzehrten uns nach dem Schatten und landeten prompt in einer schottisch presbyterianischen Kirche, welche wunderschön kühl war und in der gerade etwas vor sich ging. Nur Minuten später wurden wir angesprochen: es stellte sich heraus, dass hier eine Schulveranstaltung statt finden würde. Alle waren sehr freundlich und wir haben uns wieder verzogen, nachdem sie natürlich wieder staunten, woher wir kommen. Wir schlichen durch die Straßen, kamen am Oglethorpe Square vorbei, an dem ein sehr idyllisches Kino und einige Pubs waren. Weiter auf dem Weg zur Kathedrale von St. John dem Baptisten kaufen wir kurz ein paar Kleinigkeiten in einem Minishop, hoben Geld ab und verkrochen uns ganz fix wieder ins gemütliche Kalt dieser gewaltigen Kathedrale.

Südstaatenidylle

Colonial Park Cemetery
Wir haben nicht lange gebummelt und uns zielbewusst zum Colonial Park Friedhof bewegt. Auch wenn die Sonne hoch in unserem Nacken stand, die Mittagszeit unsere Mägen knurren ließ, haben wir uns noch nicht unterkriegen lassen. Dieser Friedhof war sehr interessant, da dies der Friedhof ist, wo einige der ersten Bewohner Savannahs begraben wurden. Circa 1750 eröffnet liegen hier auch Tote aus dem Bürgerkrieg, lokale Berühmtheiten und sehr viele Kinder. Eine Besonderheit sind die 'Übertage'-Gräber, die ein ungewohnter Anblick sind, wenn wir von den uns bekannten deutschen Friedhöfen ausgehen. Bevor wir den Friedhof verlassen haben, sind wir noch einer 'Tradition' nachgekommen. Am Ausgang stand ein riesengroßer 'Kaktus' in dessen Blätter wir unsere Namen geritzt haben. Danach haben wir uns weiter geschleppt und nach jeder Brise Wind gebettelt. Mutti und ich haben uns dann das Davenport House angeschaut. Die anderen fanden dies nicht so interessant aber ich muss sagen, dass es sich schon gelohnt hat. Für nur ~7$ haben wir eine fast Privattour bekommen. Zu viert wurde uns von der Führung alles mögliche zu diesem Haus erzählt und wir konnten Fragen stellen, die uns auf der Seele brannten. Ich habe fleissig übersetzt und so haben wir noch sehr viel erfahren. Ich finde dies immer sehr wichtig, denn ein Reiseführer ist nie so gut wie ein richtiger Guide aus der Gegend, der im Zusammenhang mit interessierten Personen so manches Geheimnis preis gibt.
In der Zwischenzeit wurden unsere Kulturbanausen versucht von einer Gläubigen zu bekehren, da dies aber nicht klappte haben wir sie wieder mitnehmen müssen und sind zum Pirate House im Osten der Stadt vorgestoßen. Hier gab es nichts besonderes und unsere hungrigen Mägen haben uns weiter angetrieben. Vorbei am Winkenden Mädchen zur Touristenmeile von Savannah. Hier wurde ich ja derbe enttäuscht, denn es war alles auf Tourismus getrimmt. Gleichzeitig wurde das Memorial Day Weekend begonnen und es war sehr viel los. Eine Tram fuhr auf der Frontstraße entlang und ich fühlte mich nicht so wohl wie in Charleston. Schade. Nach einer Bratwurst mit Kraut und etwas shopping haben wir die Gegend schnell wieder verlassen, haben uns auf die Suche nach einer Post gemacht und Savannah den Rücken zugekehrt. Aber eine Empfehlung habe ich noch: The Peanut Shop. Dieser ist ja super klasse; man kann alle möglichen Nüsse probieren und stöbern solang man will. Schade, dass sie nicht nach Europa liefern. Also sind wir zurück ins Hotel, welches nun aber an der I95 lag und wir geschickt gewechselt hatten. Dieses war ganz schick, nur die Damen am Frontdesk haben mein Englisch schon auf die Probe gestellt. Uiuiui... sehr schwer zu verstehen.

Den Abend wollten wir dann ruhig ausgehen lassen und ich freute mich schon auf ein schönes Abendbrot. Doch leider war die Truppe so entscheidungsfreudig wie ein Stück Toast, was mir ziemlich gegen den Strich ging. Ich wäre am liebsten in das Shooneys gegenüber gegangen, doch keiner konnte sich dafür erwärmen. Frank wollte was von Hardees, Adi in einen Supermarkt und Mutti war es so ziemlich egal. Nachdem Hardees uns hat 30 Minuten warten lassen sind wir in den Supermarkt und danach bin ich mit Vati noch ins besagte Shooneys gegangen, wo wir noch einen leckeren Burger gegessen haben. So muss das in Amerika sein.
Tag 12

Budweiser Brauerei

Kingsley Plantage
Der nächste Morgen startet recht gemütlich, wir hatten Gutscheine für das Dennys, welches direkt auf dem Gelände des Hotels war. Diese haben wir alle eingelöst, doch leider war das Essen so schlecht, dass ich nicht mal aufgegessen habe und es mir (und den anderen) noch ziemlich lange schwer im Magen rum lag. Ein Grund nicht wieder zu Dennys zu gehen! Danach haben wir uns direkt auf den Weg nach Jacksonville, FL gemacht. Unser erstes Ziel war die Anheuser-Busch Brauerei, welche kostenlose Führungen inklusive Bierverkostung anbot. Wenn das kein schlagfertiges Argument ist weiß ich auch nicht. Gesagt getan; 2 Stunden später zur Mittagszeit standen wir an deren Pforte und ließen uns durch die klimatisierten Hallen führen, um anschließend unseren Durst mit je 2 Proben pro Person aus 20 Sorten auswählen konnten. Frank und Adi mussten sogar ihren Pass zeigen, weil sie noch so zart aussehen ;). Übrigens war unser Tourguide eine Frau: Christi, die uns eine schöne Tour geliefert hat; dankeschön.

Dschungelfahrt

Strand in Jacksonville
Anschließend haben wir uns in den Dschungel gestürzt und erstmalig unseren Allradantrieb getestet, um zur Kingsley Plantage zu kommen. Diese lag umgeben von tropischen Palmenwald mitten im nirgendwo und Eni meckerte, dass wir eine unbefestigte Straße fahren würden. Doofe Eni. Die Plantage selbst war sehr eindrucksvoll und gar nicht mit den Plantagen in Nord- oder Südcarolina zu vergleichen. Sehr edel mit Wasserfront und das Haupthaus ist leider geschlossen. Aber wie es der Zufall und unsere Neugier so wollte gab es gerade eine private Tour eines Rangers und wir wurden aufgefordert einfach mitzugehen. Wir erfuhren von der Geschichte dieses Hauses und einige Anekdoten. Die Teilnehmer unserer Tour waren sehr lustig und ziemlich schlau und somit war es Unterhaltung par la excellence. Herrlich. Danach sind wir noch etwas über das Gelände flaniert, haben uns alles genau angeschaut, die Minikrabben am Fluss beobachtet und die Aussicht genossen.
Den Abend wollten wir mit einer kleinen Bootsfahrt ausklingen lassen. Zurück im Mariott erkundigte ich mich am Frontdesk nach einem Verleih und klingelte kurz durch. Fix mit dem Auto dort hin, doch leider waren alle Boote schon ausgeliehen. Naja, halb so schlimm und wir sind weiter zum Strand gefahren. Mein Vorschlag war vorher zu Essen, da wir uns dann am Strand austoben konnten. Doch dies gefiel Mutti nicht so richtig und so sind wir erst zum Strand, dessen Bild ein gänzlich anderes war: sehr viele Hispanics, Schwarze und anders als bisher gewohnt. Wir wateten durchs warme Meer und sind danach Abendbrot essen gegangen, in eine Bar, das Janrock, welches nur von betrunkenen Leuten besiedelt war, die zu Reggae-Musik feierten. Sehr lustig und mal was anderes.

Zurück im Hotel machten wir uns einen ruhigen Abend: wir sprangen alle gemeinsam noch einmal in den Pool, wobei wir von einem Regenschauer überrascht wurden. Nebenher hatte ein Amerikaner ein paar gackernten Chinesinnen versucht verschiedene Schwimmstile beizubringen. Dieser Anblick war echt köstlich. Nach einer kurzen Zwischenrunde im Whirlpool sind wir dann auch zurück aufs Zimmer und haben fern gesehen und den Tag revue passieren lassen. Zum Abschluss habe ich dann noch eine Pizza bestellt und in bester Filmmanier den Jungen bezahlt und die Pizza zum Jimmy Kimmel Special zum Lost-Finale schmecken lassen. Krönender Abschluss waren dann die letzten Minuten des Western Conference NBA Finals zwischen den LA Lakers und den Phoenix Suns, welches die Lakers mit 111:103 nach Hause trugen und damit Gewinner wurden. So muss Urlaub sein!
Tag 13

Kennedy Space Center

Shuttle Launch Pad
Der Tag begann wieder sehr früh und diesmal sogar ohne Frühstück. Unser Ziel für den Tag war Cape Canaveral. Eni wollte uns einen riesen Umweg fahren lassen, nur damit wir auf der Interstate bleiben. Wir entschieden uns dagegen und Vati fuhr uns zielstrebig und in schnellerer Zeit direkt vor die Tore vom Kennedy Space Center. Wir waren alle ziemlich aufgeregt und ich muss schon sagen, dass ich es als sehr spannend empfand hier zu sein. Ich denke, dass es meinem Paps ähnlich ging. Am Eingang kam dann die erste große Entscheidung auf uns zu: welches Ticket sollten wir buchen? Letztendlich haben mein Vater und ich eine größere Tour genommen als die anderen drei, sie waren mit einer kleineren, billigeren Runde zufrieden. Aber unsere große Runde sollte keine schlechte Wahl sein: auf diese Art kamen wir viel näher an die Launch Pads der Shuttles, das Vehicle Assembly Building und zu den Startplätzen der unbemannten Raketen. Das komplette Erlebnis zu beschreiben wäre an dieser Stelle einfach zu viel. Aber ich kann es jedem nur ans Herz legen einmal hier gewesen zu sein, denn es ist einfach unglaublich, was man alles anschauen kann und wie nah man hier der Geschichte und Zukunft zugleich ist. Fantastisch.

Vehicle Assembly Building

Saturn 5 Startsimulation
Nachdem wir dann das KSC wieder verlassen haben, machten wir uns auf den Weg weiter nach Süden. Unser nächstes Ziel war Orlando, FL , wo wir ein schnuckeliges Hotel rausgesucht haben, was ziemlich günstig und perfekt gelegen war. Kaum angekommen haben wir uns direkt aufgemacht, um das Outlet, welches ich um die Ecke lokalisiert hatte und auch Grund für die Hotelwahl war, aufzusuchen. Die Idee war, dass wir heir noch ein paar Schnäppchen machen könnten. Aber wir hatten uns geirrt, da dieses Outlet so gar nicht dem entsprach, was wir eigentlich gesucht haben: günstige Preise, geruhsames Einkaufen und schöne Klamotten. Es war überfüllt, nicht gerade billig und sah aus wie eine Touristenfalle. So haben wir nur ein paar Sachen gekauft und sind dann wieder verschwunden, haben uns durch die vollgepackten Straßen von Orlando zurück zum Hotel gemacht. Hier bekamen wir schon den ersten Eindruck der Straßen in Südflorida und die sind einfach nur krass: voll, groß, oben drüber, unten drunter, vielspurig und einfach verwirrend. Anschließend waren wir noch einmal kurz einzukaufen und sind dann ins Bett gehüpft.
Tag 14

Everglades
Eigentlich war uns nicht bewusst, dass ein "Frühstück" mit dabei gewesen wäre, doch beim Checkout habe ich einen kleinen Tresen entdeckt, der Getränke und Muffins für uns hatte. So haben wir alle schnell die Hände voll gepackt und uns auf den Weg nach Miami, FL gemacht. Dies sollte die letzte große Transitstrecke werden, doch zuvor hatten wir Tankstellenprobleme. Ach bisher ist mir dies in jedem USA Urlaub passiert. Erst wollte die Zapfsäule unsere Kreditkarte mit Deutschem ZIP Code nicht. Dies waren wir ja schon gewöhnt und sind in die Tanke, um 60$ Prepaid zu tanken. Sie fragte noch, ob wir Hilfe bräuchten, was ich verneinte. Draußen dann hatte ich aber Probleme und wir wurden sogar über Lautsprecher ausgerufen, mussten nochmal bezahlen und dann klappte es und wir machten uns auf die 4-stündige Reise in die Everglades. Ja, wir wollten direkt die Everglades ansteuern und eine Bootstour machen, bevor der Tag vorbei ist. Die Straßen dorthin wurden immer komplizierter, das GPS Signal hatte Probleme durch all den Beton zu kommen und Eni sah auch nicht mehr durch. Aber letztendlich sind wir an einem Gatorpark angekommen, wo wir ein Boot für uns alleine mieteten und uns durch die Everglades kutschieren ließen. Dank dem Flugzeugpropeller ging es fix durch dieses beeindruckende Naturgebiet. Wow, dies muss man einmal gemacht haben und es hat uns sehr viel Spaß gemacht.

Strand in Miami Beach
Nachdem wir sehr viele Alligatoren und andere Lebewesen gesehen haben, machten wir uns auf, um zurück nach Miami zu fahren, genauer gesagt Miami Beach, wo wir ein Hotel nur eine Querstraße vom Strand entfernt gebucht hatten. Auf dem Weg dorthin haben wir noch einmal eingekauft, auch Dinge, die wir mit nach Deutschland nehmen wollten (Nüsse, Aspirin, ...). Wir aßen bei Wendys, wo diesmal auch Frank endlich einen Burger bekam, der ihm nicht zu viel Fleisch enthielt (die Doppel- und Trippeldecker haben einfach zuviel Fleisch). Anschließend gab es noch eine Spritztour durch Miami Beach, entlang des Ocean Drive und der schönen und großen Häuser, die es dort überall gibt. Ja und dann auf zum Hotel, wo es natürlich auch wieder Probleme gab und unsere Buchung, welche wir noch in Deutschland getätigt haben, nie an kam. Es dauerte etwas, aber wir bekamen trotzdem ein Zimmer mit Zustellbett. Ich glaube, dass wir ohne Reservierung hier kein Glück gehabt hätten. Wir haben den Abend damit ausklingen lassen, dass wir an den Strang gegangen sind und dort blieben, bis es dunkel war. Die Sterne und Planeten machten sich am Nachthimmel breit, der durch Miami beleuchtet nicht sehr dunkel war. Es war ein schöner Abend, der zurück im Hotel noch mit einem Bier begossen wurde und gemütlich ausklang.

Alligator

Rotes Blütenmeer
Tag 15

Straße nach Key West

Südlichstes Hotel auf Key West
Dank Ohrstöppsel habe ich die Nacht gut überstanden. Die Klimaanlage war augenscheinlich aus dem Kalten Krieg und es fing an mit regnen, welcher nicht gerade leise ans Fenster klopfte. Am Morgen hatte ich dann noch von einem Alarm geträumt, der wie sich heraus stellte kein Traum war. Ich war trotzdem zu faul und zu präsig aufzustehen und dachte mir, wenn es was Ernstes ist, wird mich schon jemand wecken ;). Wegen dem Regen ließen wir die Idee vor dem Aufbrauch noch an den Strand zu gehen fallen. Es war nicht zu kalt, aber einfach zu schwül und zu nass. Wir packten also schon mal die Sachen für den morgigen Flug und machten uns dann auf den Weg dieses nasse Miami zu verlassen. Wir wollten nach Key West, FL fahren. Der Weg ist nicht gerade kurz, aber wir waren uns sicher, dass sich ein Tagesausflug lohnen würde. Wir wussten auch alle, dass uns dann dort nicht viel Zeit bleibt, aber wenn wir schon mal hier sind, dann muss auch soetwas sein. Auf dem Weg hielten wir mehrmals an, um zu Essen und Kaffee und andere Dinge zu kaufen. Dann war auch Frank an der Reihe und er durfte nach Key West fahren. Hier stellte er fest, dass das Fahren einfach, aber die Langeweile und Eintönigkeit groß ist. Mit der Zeit wird auch dies anstrengend und Frank bescheinigte uns, dass es nicht so einfach ist wie es aussieht und man an einem Punkt mit der Gleichtönigkeit kämpft.

Letzter Punkt vor Kuba

Mein Essen am Pier
Nach tausend Brücken und überall Wasser um uns herum kamen wir dann in Key West an. Die Temperatur lag bei 88°F und es war super schwül. Das Klima in Key West ist ziemlich extrem, denn zwischen Tag und Nacht gibt es keinen Unterschied. Die Urlaubssaison anfang Juni ist auch schon vorbei und die Hurricansaison startet. Das Wasser ist mit über 30°C viel zu warm und bringt kaum Freude. Die Strände sind aber trotzdem fantastisch und wir hielten uns einige Zeit an einem auf. Pünktlich zum Sonnenuntergang sind wir zum südlichsten kontinentalen Punkt der Landmasse der Vereinigten Staaten gekommen. Von hier sind es nur 90 Meilen bis zur Küste von Kuba. Wir liefen durch die Straßen, welche einen Flair verströmten, den ich einfach nur einsaugte. Es ist eine wunderschöne Insel, mit sehr vielen wunderschönen Frauen. Zum Ausspannen und Relaxen ist dieses kleine Nest wohl geboren. Die Leute feiern und lassen sich gehen. Jedem scheint es gut zu gehen, überall Kneipen und Restaurants und Touristen. Mittendrin wir, wie wir uns einen super Platz in einem Restaurant mit Pier Richtung Westen niederlassen, um ein Essen bei Sonnenuntergang zu uns zu nehmen. Dieser geht wahnsinnig schnell und zeigt sich in einer Schönheit, die ihresgleichen sucht. Wir aßen, tranken, machten Fotos und Videos und tauchten ein letztes Mal voll in diese Welt ein. Anschließend bummelten wir noch etwas durch die nächtlichen Straßen, welche von ausgelassenen Menschen nur so strotzte. Der Tag war wunderschön war zu Ende und wir verließen diese Trauminsel wieder. Die 3 Stunden der Rückfahrt übernahm dann ich und ich gab etwas Gas. Kurz nach halb 2 morgens waren wir dann wieder im Hotel, wo wir uns relativ schnell auf ins Bett gemacht haben, da der nächste Tag lang und anstrengend werden sollte. Aber diese Strapazen haben sich gelohnt!

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang
Tag 16
Der Tag begann sehr früh und nachdem wir erst nach 2 Uhr im Bett gewesen sind, weil der Weg von Key West eben doch kein Katzensprung ist, startet der neue Tag schon um 5 Uhr in der Früh. Unserer Sachen hatten wir ja schon gepackt und somit mussten wir nur das Auto beladen, auschecken und uns auf den Weg machen. Mutti und ich haben aber noch einen kleinen Abstecher zum Strand gemacht, um noch einmal den Sonnenaufgang an dieser wunderschönen Küste zu bestaunen. Leider machten uns die Wolken am Horizont einen Strich durch die Rechnung und die Sonne ging auf, ohne uns ihr fantastisches Rot zu zeigen. Es war kurz nach 6 Uhr als der über uns stehende Mond seine Leuchtkraft verlor und Adi hinter uns auftauchte, um auch noch diesen letzten Moment mitzunehmen. Aber es war nur halb so wild und wir haben uns bei rund 86°F und sehr großer Schwüle, die uns schon zu dieser frühen Zeit schwitzen ließ wieder auf den Rückweg gemacht. Vorbei an einem Polizeieinsatz, die uns ganz komisch angeschaut hatten, haben wir unsere Hotel wieder erreicht und sind von hier zum Flughafen aufgebrochen. Ohne Eni wären diese 20 Meilen sehr anstrengend geworden, denn die Highways von Miami sind echt mörderisch! Wir gaben unser tolles Auto wieder ab und checkten nach anfänglichen Schwierigkeiten ein. Ich kaufte mir noch ein Buch von meiner Liste: Pride and Prejudice and Zombies und nur wenige Minuten später waren wir schon im Flugzeug. Ein Inlandsflug ist vergleichbar mit einer Reise in einem chinesischen Überlandbus. Jeder setzt sich irgendwohin und macht was er will. So kam es auch, dass der Platz von Frank durch eine sehr beleibte Frau besetzt war. In Europa würde man dieser Frau 2 Sitzplätze verkaufen, hier musste sie mit einem klar kommen und ich sah die Erleichterung in den Augen von Frank und Adi, als heraus kam, dass diese Frau gänzlich falsch saß und sich komplett umsetzen musste.

Sonnenaufgang Miami Beach

Sonnenaufgang im Flugzeug
Mit diesem Flug nach Newark wurde also das Ende unseres Urlaubs eingeläutet. Es war ein langweiliger, aber schneller Flug. In Newark selbst haben wir nochmal kurz 'Nordluft' geschnüffelt, indem wir den Flughafen für 2 Minuten verlassen haben und sind dann in den Stühlen und auf dem Fussboden versackt. Frank und ich, wir hielten noch ein Nickerchen und dann hieß es auch schon: Abschied nehmen von diesem überaus freundlichen Land, wo man so schön Urlaub machen kann. Es hieß: Bis zum nächsten Mal.
Fazit
Wie oft hat man schon die Gelegenheit mit seiner Familie eine solche Reise ins Blaue zu unternehmen? Ich möchte meinen, dass sich diese Gelegenheit nicht vielen Menschen bietet und ich bin sehr froh, dass wir sie nutzen konnten. Wir hatten einen wunderschönen Urlaub, von dem nicht abzusehen war, wo wir wann sein sollten. Ungewissheit wurde mit Wünschen gekoppelt. Die Vulkanasche hat uns vorher ganz schön bangen lassen und war dann umso schneller vergessen. Selbst der schwache Euro hat uns den Urlaub nicht vermiesen können. Ich bin mir sicher, dass meine Eltern Dinge gesehen haben, wo sie vielleicht nicht gedacht hätten, dass sie diese sehen werden. Dies bereitet mir eine ungemeine Freude, welche ich mit meinem Bruder und seiner Freundin teilen konnte.
Die USA ist das perfekte Land für einen solchen Familienausflug. Man wird begeistert von der Natur und den Städten. Die Menschen sind viel zu freundlich um wirklich zu sein und man wird an jedem Tag der Etappe aufs Neue überrascht und begeistert.
Nach 2600 Meilen, 160 Galonen Sprit, 15 Tagen, Sonne, Regen, Wasser, Meerwasser und noch mehr Wasser sind wir am Ende der Reise glücklich und froh. Von der Megastadt New York über den tiefsten Süden in South Carolina hin zum Touristenparadies Florida war diesmal alles dabei gewesen. Für mich war die Mitte am schönsten und ich muss sagen, dass ich mich auf den Outer Banks am wohlsten fühle. Nur Charleston kann dem noch die Stirn bieten. Aber die Welt ist noch groß; mal schaun wo es mich als nächstes hin verschlägt. Also Danke Adi. Danke Frank. Danke Mutti und danke Vati. Danke für diesen wundervollen Urlaub. Ja und seht ihr: ihr habt alles geschafft, auch wenn es mal anstrengend war. Es war herrlich! Danke nochmals.