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China 2004... eine Einleitung!
Im August 2004 hat sich mir die Gelegenheit geboten ins Reich der Mitte zu Reisen und wie blöd wäre ich denn diese nicht zu nutzen. Zu verdanken habe ich diese Gelegenheit aber auch Nadja, die sowieso nach China "musste" um dort einen Sprachkurs in Shanghai zu besuchen. Also haben wir beschlossen vor ihrem Sprachkurs mit dem Rucksack durch China zu reisen. Die Reise begann am 5. August 2004 um 11 Uhr morgens... Ich möchte euch ein paar Sehenswürdigkeiten und Tipps geben, falls ihr euch auch einmal in diese Gegend verirren solltet.
Die Reiseroute
Um kurz einen Überblick zu geben, hier unsere Reiseroute kurz und knapp, mit Angabe der ungefähren Kilometer:

Datum Von Nach Dauer Strecke
05.08.04DüsseldorfDubai6h 20m5004km
06.08.04DubaiShanghai9h 20m6442km
07.08.04ShanghaiChongqing2h 30m1712km
07.08.04ChongqingYichang57h 20m650km
10.08.04YichangWuhan5h 30m550km
12.08.04WuhanNanchang7h 45m391km
13.08.04NanchangShanghai13h 55m844km
19.08.04ShanghaiPeking14h 30m1463km
22.08.04PekingShanghai14h 10m1463km
25.08.04ShanghaiDubai9h 45m6442km
26.08.04DubaiDüsseldorf7h 5m5004km
... die Jangtze-Fahrt
Hier hat man die Wahl flussaufwärts oder abwärts zu fahren. Wir haben die Tour flussabwärts von Chongqing nach Yichang genommen. Dies hat uns circa 120Euro gekostet und da war so gut wie alles dabei (4 Bett Zimmer, Klimaanlage, TV, Bad mit Dusche und SitzWC, diverse Eintrittsgelder und Reiseführer). Reisezeit waren ungefähr 3 Tage. Abends legten wir in Chongqing ab und direkt am nächsten Morgen haben wir dann eine Geisterstadt angeschaut: Fengdu. Auf Bild 1 seht ihr, dass die Stadt im Vordergrund komplett in die Stadt im Hintergrund umgesiedelt wurde.

Bild 1: Fengdu
Hier haben wir einen Berg bestiegen und einen Tempel angeschaut (Bild2). Es ist wirklich unglaublich welche Kosten und Mühen nicht gescheut werden, um dieses Staudammprojekt zu komplettieren. Überall auf der Fahrt sieht man Schilder, wie hoch das Wasser noch steigen wird und realisiert, wer noch umziehen muss. Entlang dieser Tour hat man die Möglichkeit viele andere Sehenswürdigkeiten zu sehen: unter anderem eine Tempelanlage, die auf einem Felsen errichtet wurde, die früher nur durch eine Holztreppe erreicht werden konnte: der Shibao Turm, sehr berühmt und bekannt (Bild 3). Man sieht wie dreckig der Jangtze ist. Außerdem sieht man die 3 Schluchten (Bild 4)und hat auch die Möglichkeit die 3 kleinen Schluchten anzuschauen. Eine Tour, die ich jedem nur ans Herz legen kann.

Bild 2: Tempel bei Fengdu

Bild 3: Shibao Turm
Einige Stunden vor der geplanten Ankunft in Yichang erreichen wir den wohl größten Damm auf Erden: den 3 Schluchtenstaudamm. Man hat gar keine Vorstellung, wie groß dieser Damm ist. Man sieht ihn schon Stunden vorher und wird von der Größe erschlagen, wenn man für der Schleuse wartet. Aber auch die Schleusendurchfahrt erweist sich als das Ultimative (Bild 5). Es dauert Stunden durch alle Schleusen durchzukommen und letztendlich sind wir irgendwann lieber schlafen, als das immergleiche Schauspiel weiter zu beobachten.

Bild 4: Sonnenaufgang in den 3 Schluchten

Bild 5: Staudammschleuse
... die große Mauer
Nachdem Ulrike und Patrick schon vor uns in Beijing gewesen waren, haben wir ihren Rat befolgt und sind nicht zum dem Abschnitt der Mauer gefahren, der für Touristen so sehr geeignet ist, sondern haben den etwas komplizierteren Weg gewählt: Fahrt bis in ein Dorf, Aufstieg zur Mauer und "Spaziergang" bis zum nächsten Dorf und anschließender Abstieg.

Bild 6: Mauer in der Ferne
Aber dies sollte sich als nicht so einfach erweisen, denn es wurde ein Kraftakt, der Unmengen an Getränken, Schweiß und Energie gekostet hat. Alleine der Aufstieg zur Mauer war eine knappe Stunde Quälerei. Auf Bild 6 kann man nur das Ausmass erahnen, denn die Mauer befindet sich auf den Bergen im Hintergrund. Nach einem doch anstrengenden Marsch sind wir endlich auf der Mauer angekommen. Das Bild ist unglaublich, Bild 7. Man kann einigermaßen weit sehen, aber man unterschätzt die Sonne, die durch den Dunst enorm scheint. Aber unser Ziel war vorgegeben: unbestimmter Weg, bis zum nächsten Dorf, in nur 3-4 Stunden, dort werden wir wieder abgeholt. Wäre die Mauer nur in dem Zustand wie auf Bild 7, dann kein Problem. Aber man kommt an vielen Abschnitten vorbei, die aussehen, wie auf Bild 8 und 9. Die ganze Zeit nerven die Chinesen, die einem was verkaufen oder eine Abkürzung für wenig Geld zeigen wollen.

Bild 7: intakte Mauer

Bild 8: kaputte Mauer
Auch wenn dieser Ausflug das letzte bisschen Energie in uns reaktiviert hat. Auch wenn Eun Sie fast tot gewesen wäre und Nadi im Gesicht so rot wie ihr Oberteil war und ich ein TShirt aus Salzkristallen bekommen habe, all dies hat sich gelohnt und wir haben einen unvergesslichen Tag auf der Mauer gehabt. Kaum Touristen und viel Anstrengung und eine Erfahrung fürs Leben.
Nach dem Abstieg haben wir uns müde wieder nach Beijing fahren lassen, und den Abend eher ruhig ausklingen lassen.

Bild 9: kaputte Mauer 2
... Stadtansichten
Auf unserer Reise sind wir an vielen Städten vorbeigekommen. Hier möchte ich nur kurz einen Ausblick geben, denn der Umfang der Reise sprengt einfach den Platz hier. Shanghai und Beijing bekommen einen eigenen Abschnitt, da wir dort ein klein wenig mehr Zeit verbracht haben.
Angefangen bei Chongqing, dessen Fußgängerzone man auf Bild 10 sieht. Chongqing ist eine etwas andere Stadt: sehr sehr hügelig und sehr sehr groß. Das gesamte Stadtgebiet ist einfach unüberschaubar. Aber schon hier haben wir die krassen Gegensätze der Architektur mitbekommen. Neben Siedlungen, die mehrere Jahrzehnte alt sind, wo man sich fragt, ob diese Wasser und Strom haben stehen moderne Wolkenkratzer und so sollten wir noch viele Städte vorfinden. Auf Bild 11 sieht man mal einen älteren Teil Chongqings. Übrigens sind die Geschäfte nach Typ sortiert. Eine Straße nur mit Metallgeschäften, dann mal nur Ventilatoren, oder Obstläden. Einfach schräg.

Bild 10: Chongqing Innenstadt

Bild 11: älteres Chongqing
Des weiteren sind wir kurz in Yichang gewesen. Ha, aber kurz trifft es hier wohl genau. Wir haben den Hafen gesehen, sind dort mit dem Bus aufgebrochen in Richtung Wuhan. Also zu dieser Stadt kann ich nicht viel sagen, außer dass sie nicht viel zu bieten hat, sonst wären wir länger dort geblieben. Aber danach haben wir Wuhan betreten. Von dessen Größe überwältigt, da es Stunden gedauert hat, von den ersten Siedlungen am Rande der Stadt, bis in die Innenstadt.
In Wuhan angekommen hatten wir erst einmal zu tun mit der Gegend klar zu kommen, denn wir wussten nicht, dass Wuhan früher aus 3 Städten bestand und die Stadteile heute noch so heißen. Wir suchten den Bahnhof von Wuhan, welcher nach dem Stadtteil Wuchang benannt ist. Auf Bild 12 kann man den Ticketschalter dieses Bahnhofs sehen. Aber Zugfahren in China ist ein Thema für sich. Was gibt es in Wuhan noch? Wuhan ist eine riesige Stadt, mit einem extrem heißen Klima und plötzlichen Regenschauern. Die Luftfeuchtigkeit ist fast unerträglich (im August) und trotzdem kann man vieles anschauen. Auf Bild 13 seht ihr den Ausblick vom Gelände der Kranichpagode, die sich auf dem Berg inmitten der Stadt befindet. Am Ostufer des Dong Sees gibt es das Hubei Provinzmuseum, Parks, einen Vogelkäfig und ein Ozeanium. Man kann in Wuhan unglaublich gut einkaufen, hier haben wir das Busfahrenf zum ersten Mal probiert und überhaupt ist Wuhan einfach einen Besuch wert. Bild 14 zeigt übrigens eine Straßenszene, mit kleinen Jungen, die den alten das Spielen nach machen.
Bild 12: Wuchang Bahnhof

Bild 13: Blick auf Jangtze

Bild 14: Straßenszene
Nach Wuhan haben wir einen Abstecher nach Nanchang gemacht, dass eigentlich nicht wirklich erwähnenswert ist. Beim Schlendern durch die Stadt haben wir eine Pagode (Bild 15) gefunden. Nanchang kam uns sehr sandig und windig vor. Sicherlich kann man in Nanchang einiges machen, nur verglichen mit Wuhan ist es nicht wirklich groß. Aber der Platz vor dem Bahnhof sieht interessant aus: Bild 16.
... Shanghai
In Shanghai haben wir einige Zeit verbracht, aus dem Grund, weil Nadja hier ihren Sprachkurs schon beginnen musste und weil es eine wahnsinnig interessante Stadt ist, die viel zu bieten hat. Gelandet sind wir auf dem Pudong International Airport. Von diesem aus gibt es viele Möglichkeiten in die Innenstadt zu gelangen. Private Taxis sind meist die billigere Alternative, weil hier natürlich auch die Möglichkeit des Handelns besteht.
Schon auf dem Weg in die Stadt hinein wird man erschlagen: Transrapidstrecke, Hochhäuser, das Klima und die ewige Lautstärke. Aber was macht Shanghai so interessant? Ist es die Lautstärkeanzeige, die vollkommen normal zwischen Temperatur und Luftfeuchtigkeit überall zu finden ist? Sind es die Menschen, die in dieser Stadt einfach nur durch die Gegend wuseln und beschäftigt sind? Ist es die Architektur, die nichts gleicht, was man auf der Welt noch finden kann? Es ist einfach alles zusammen!!!

Bild 17: PuDong

Bild 18: BUND bei Nacht
Aber was kann man in Shanghai so alles tun? Zum obligatorischen Pflichtprogramm gehört natürlich der BUND (Bild 18), der im Prinzip eine Flaniermeile direkt gegenüber von Pudong ist. Hier sind früher alle Banken gewesen und heute demnach eine prächtige Fassade. Schaut euch das Bund Museum an!!! Von dort als sollte man die Möglichkeit nutzen rüber nach Pudong (Bild 17) zu fahren. Aber bitte nutzt bloß nicht den BUND Erlebnistunnel. Das ist Geldverschwendung und ein schlechter Scherz ;). Etwas südlich auf der Bundseite gibt es eine Fähre, die nach Pudong ein paar Yuan und auf dem Rückweg gar nichts kostet, nutzt lieber diese.
Drüben in Pudong ist es natürlich schwierig den Weg durch die Wolkenkratzer zu finden ;). Der Oriental Pearl und der JinMao Tower sind wohl die bekanntesten Vertreter. Es lohnt sich übrigens ins Aussichtdeck des JinMaos zu fahren. Man hat eine hervorragende Aussicht auf viele Teile Shanghais. Wenn man einmal dort ist sollte man auch in die Bar des JinMaos gehen, in der die Cocktailpreise zwar gesalzen sind, aber ich glaub in solch einer hohen Bar hat man selten etwas getrunken. Wer sich traut kann auch versuchen in das Hotel selbst zu kommen, um das riesige Attrium, welches auch einzigartig ist, zu bestaunen. Auch in Pudong ist noch ein riesiges Einkaufszentrum, wo man alles kaufen kann. Sehr einfach zu finden und Auswahl ohne Ende, wenn man wieder mal heimische Kost genießen möchte.

Bild 19: Nanjing Lu
Außerdem ist Shanghai natürlich ein Einkaufsparadis. Die Nanjing Lu ist wohl der beste Anfang um einen kleinen Einstieg zu bekommen. Aber es wird interessanter, wenn man den Fake Market besucht, oder etliche kleine Geschäfte, die einfach überall verteilt sind. Hier sollte man selbst das richtige Gespür dafür entwickeln. Ein Muss ist auch der Besuch des Renmin Squares (Bild 20). Dafür sollte man sich mehr Zeit nehmen, denn die Museen dort gehören alle besucht.

Eine sehr interessante Art Shanghai kennen zu lernen ist auch einfach durch die Stadt zu spazieren und sich die Architektur zu betrachten. Diese reicht vom Baustil mit Ziegelsteinen, der irgendwie an die dt. Bauweise erinnert über extravagante Hochhäuser oder circa 100 Jahre alte Siedlungen, die ähnlich den Hutons in Beijing sind (Bild 22). Diese sollte man in der Altstadt suchen, wo man auch Nachbauten alter chinesischer Baukunst findet (Bild 21). Man sollte da hindurch schlendern und den Leuten beim altäglichen Leben zu schauen und den Kontakt nicht scheuen. Sie sind alle sehr nett und aufgeschlossen und sobald sie merken, dass man interessiert und nicht abgeschreckt ist, macht es Spaß mit ihnen umzugehen.

Bild 20: Renmin Square

Bild 21: Altstadt

Bild 22: alte Siedlungen
Gleich dort in der Nähe befindet sich auch das Ziel für die meisten Touristen, eine Souvenier-Meile, auf der man auch alles bekommt, aber zu Preisen, die jenseits von gut und böse sind. Wir haben diese Gegend gemieden und nur einmal besucht, weil sie wirklich nur für Touristen ist und demnentsprechend überfüllt und teuer.
Interessant wird es auch noch, wenn man sich in das Barviertel traut. Hier ist es tagsüber ruhig und man findet nette Lokale, wo sich junge Leute treffen und man sehr gut essen kann. Dort in der Nähe ist auch das Haus versteckt, wo Zaou Enlai gelebt hat. Der "Retter" der Verbotenen Stadt. Ein Blick ist es allemal wert, da dort in der Gegend viele interessante Schnappschüsse des alltäglichen Lebens geschossen werden können.
Abschliessend kann man auch nur sagen, dass man sehr viel mehr Zeit braucht, wie überall. Ein kleines Muss für Technikinteressierte ist auf jeden Fall auch eine Fahrt mit dem Transrapid zurück zum Pudong Flughafen, ein einmaliges Erlebnis. Man sollte sich auch mal Nachts in Shanghai hinaus trauen, den Bund anschauen, wie prachtvoll er beleuchtet ist (vorsicht, die Beleuchtung wird ab einer bestimmten Uhrzeit abgeschalten) und auch mal feiern gehen. Aber hier muss jeder selbst wissen, wo er die Akzente setzt. Mit genügend Zeit, findet man jeden Tag etwas neues schönes an Shanghai, glaubt es mir.

Bild 23: Transrapid am Pudong Airport
... Beijing
Für Beijing haben wir knappe 4 Tage eingeplant. Fast ein voller Tag ging für den Trip zur Mauer drauf, den Rest haben wir in Beijing verbracht. Von Shanghai aus haben wir uns Tickets für einen Nacht-Express-Zug nach Beijing besorgt. Natürlich wieder nur one-way. Es war eine sehr angenehme Reise und günstiger als das Flugticket. Direkt vor dem Hauptbahnhof in Beijing ist immer Trubel und man muss sehen, wo man wie gut hinkommt.
Tja, was kann man in Beijing nun als erstes machen? Beijing ist einfach erschlagend, was die Sehenswürdigkeiten als auch die Möglichkeiten angeht. Da wir nur ein paar Tage Zeit hatten, mussten wir uns auf die uns wichtigsten konzentrieren. Dazu gehört der Besuch in der verbotenen Stadt. Er ist sozusagen ein Muss und sehr beeindruckend. Leider gab es oft Feuer, so dass man erfahren muss, dass diese Gebäude nicht wirklich alt sind im Vergleich zu europäischer Architektur. Zum Pflichtprogramm gehört natürlich auch der Tianainmen Platz, der wirklich unglaublich groß ist. Anbei gleich die Volkshalle, das Mausoleum von Mao und das Nationalmuseum. Interessanterweise ist es, wenn man hier aus Süden kommt und die Strasse direkt auf den Tiananmen zuläuft. Da kommt man an den alten Toren der Stadtmauer vorbei.

Bild 24: äußeres Tor der Stadtmauer

Bild 25: Die Verbotene Stadt

Bild 26: Lotus Lane
Man läuft sozusagen immer mehr in Richtung altes Regierungszentrum und durchläuft die einzelnen Punkte: äußeres Stadtmauertor, inneres Tor, Platz, Eingang zur Verbotenen Stadt, Verbotene Stadt. Letztendlich kann man die Verbotene Stadt durch den Hinterausgang verlassen und von hier weiter durch die Stadt geistern.
Abends sollte man einen Ausflug zur LotusLane wagen, die für Touristen eine nette Meile zum Essen und Amüsieren ist. Auch zum Pflichtprogramm gehört der Himmelstempel, in der sich der Kaiser zu seinen Zeiten zurück gezogen hat, um für eine reiche Ernte zu beten und seine Kriegspläne "bestätigt" zu bekommen.

Bild 27: Hutons

Bild 28: Himmelstempel
Was auch noch sehr eindrucksvoll sein soll ist der Sommerpalast. Leider hatten wir nicht die Zeit diesen zu besuchen, da er auch außerhalb des Stadtzentrums liegt.
Aber es sind die vielen kleinen Dinge, die den Aufenthalt in Peking noch verschönern. Zum Beispiel sollte man unbedingt mal die richtige Peking Ente probieren. Genauso bietet Peking nette Möglichkeiten einzukaufen. Natürlich besteht kein Vergleich zu Shanghai, aber es ist eben anders. Auch durch das Wetter, welches hier recht moderat ist, macht es viel Spaß. Außerdem haben wir die Möglichkeit genutzt und sind durch die Hutons gelaufen, welche ja bis zu den Olympischen Spielen alle "modernisiert" werden sollen. Es ist einfach eine andere Welt, die man da sieht und es ist verdammt interessant diese Welt zu erleben. Nach nur 4 Tagen im "Norden" haben wir dann den Rückweg nach Shanghai angetreten, wobei wir noch länger in Beijing hätten bleiben können.
Tipps und "gut zu Wissen"
Bahnreisen: Mit der Bahn zu Reisen ist in China so eine Sache. Man hat die Wahl von Soft/Hard Seater bis hin zu Soft/Hard Sleeper. Jeder muss nun selbst wissen, wie stark seine Brieftasche ist, aber die wohl schönste Art zu Reisen ist im Hard Sleeper. Wieso? Ganz einfach: man kann schlafen, man kann mit Chinesen reden, man erlebt die Reise und sieht vieles, was man in den Soft Kategorien verwehrt bleibt. Einziges Problem: das bekommen der Tickets für diese Reiseart. Aber hier der Tipp: sobald ihr in einer Stadt ankommt, kauft die Tickets für die Abfahrt und richtet euch nach dem Zug und nicht umgekehrt. Verhandelt mit den Verkäufern, oft sagen sie lieber nein, bevor sie einfach nachgeben.

Einkäufe: Handeln ist in China ein ungeschriebenes Gesetz. Egal wo ihr seid, verhandelt den Preis. Egal ob es ein Souvenir ist, oder ein Flugzeugticket, überall kann man Handeln und kein Preis ist zu unverschämt. Klar verlangt dies einiges an Mut, als Europäer einen so unverschämt niedrigen Preis für etwas zu zahlen, was einem mehr Wert ist, aber es würde den Stolz der Chinesen verletzen nicht zu verhandeln.

Essen: Hier ist guter Rat teuer. Prinzipiell würde ich empfehlen alles zu probieren, aber auf die hygienischen Umstände zu achten. Ich hatte auch Probleme mit meiner Verdauerung, aber man erlebt einfach mehr China, wenn man auch mal das Essen eines Straßenhändlers ausprobiert und letztendlich gewöhnt man sich daran. Einzig allein beim Wasser muss man aufpassen, vor allem in Shanghai.

Fotografieren: Nicht vergessen, Menschen, die ihr fotografieren wollt zu fragen, sonst ist es sehr sehr unhöflich

Sprache: Meine Erfahrung ist hier, nur nicht scheu sein. Selbst wenn das Unterhalten ein Krampf ist, viele Chinesen (vor allem in abgelegenen Regionen) suchen die Unterhaltung, wollen mehr erfahren. JA und wenn sie erst einmal merken, dass man kein Amerikaner ist, dann kann man sehr schöne Unterhaltungen führen und sehr viele interessante Informationen bekommen, die man so nicht erfahren würde.

Stadtplan: Vergeßt einen Stadtplan, auf dem englische Bezeichnungen stehen, denn in den Nicht-Großstädten gibt es nicht immer englische Schilder. Außerdem kommen die Taxifahrer nicht mit englischen Begriffen zurecht. Also ein guter Stadtplan hat die Straßenbezeichnung auf Chinesisch und Englisch, sowie Buslinien mit eingezeichnet. Lasst euch nicht übers Ohr hauen und schaut euch die Pläne an, ob ihr damit zurecht kommt, sonst lohnt er eh nicht.

Bus fahren: Tja, man sollte es sich einfach trauen. Mit dem richtigen Stadtplan ist das kein Problem. Das Prinzip ist auch einfach. Man steigt vorn in den Bus, wirft 1 oder 2 Yuan in die Münzschale (das steht am Bus meist dran) und schon kann man mit dem Bus solange fahren wie man will. Natürlich sollte man vorher wissen, wo der Bus hinfährt und zur richtigen Zeit aussteigen. Aber es ist eine interessante Erfahrung.

Hotels finden: Damit hat man eigentlich keine Problem, denn an jedem Bahnhof gibt es genug Leute, die einem ein Zimmer verkaufen wollen. Natürlich ist das keine Luxusklasse, aber meist eine sehr gute Möglichkeit günstig unter zu kommen. Aber lasst euch vorher auf einem Stadtplan zeigen wo das Hotel ist, nicht dass ihr sonstwieweit gefahren werdet, nur um günstig zu wohnen. Ein Versuch ist es immer wert.
Worte zum Schluss
Tja, was kann man nach so einer Reise schon sagen? Vielleicht trifft es der Eindruck am besten, den ich hatte, als ich wieder hier war: ich war überwältigt. Der Straßenverkehr, das Essen, die Menschen, einfach alles ist ANDERS. Ist das schlecht? Nein überhaupt nicht, aber gewöhnungsbedürftig. Hat es mir gefallen? Ja Hölle hat es das. Es hat unter anderem dafür gesorgt, dass sich mein Fernweh so stark entwickelt hat. Seitdem ist Süd-Ost-Asien mehr von Interesse als zuvor. China kann ich jedem nur wärmstens ans Herz legen. Auch wenn man sich nicht traut durch Hinterland und Co zu reisen, sind die Großstädte schon ein Erlebnis für sich. Verglichen mit anderen Reisezielen ist es auch nicht teuer, lediglich der Flug schlägt hoch zu Buche. Also, nehmt die Füße in die Hand und sucht das Weite in Asien!!!
Danke Nadi. Danke Patrick. Danke Eun-Sie. Danke Ulrike. Hat echt Spaß gemacht.